Alfa Bank: Projekt ‚Neue Seidenstraße’ profitabel für Abramowitsch

Alfa Bank: Projekt ‚Neue Seidenstraße’ profitabel für Abramowitsch

Das chinesische Staatsprogramm One Belt, One Road wird weltweit eine zusätzliche Nachfrage nach Stahl von 40 Millionen Tonnen pro Jahr schaffen, sagte ein Mitarbeiter der Alfa Bank, Boris Krasnoschenow. Laut inoffiziellen Daten werde der Bau der Neuen Seidenstraße zu einem Anstieg der Stahlnachfrage um 5 Prozent pro Jahr oder um 20 Prozent bis 2020 führen, so die Bank in ihrem Analysebericht.

Hauptnutznießer dieses Programms wird der russische Metallkonzern Ewraz sein, Russlands größter Lieferant von Baustahl und Schienen, meint Krasnoschenow. Insbesondere die Gesellschaft von Roman Abramowitsch, Alexander Abramow und Alexander Frolow wird Schienen für das russische Eisenbahnprojekt der Hochgeschwindigkeitsbahn Moskau-Kasan liefern, die im Rahmen der Neuen Seidenstraße auf Initiative Pekings ausgebaut werden soll.

Die Initiative OBOR zur Schaffung eines einheitlichen euro-asiatischen Verkehrskorridors wurde erstmals im Herbst 2013 vom Vorsitzenden der Volksrepublik China Xi Jinping angekündigt. Letzte Woche war es Teil der Charta der Kommunistischen Partei Chinas.

Der nördliche Korridor der neuen Seidenstraße soll durch Kasachstan und Russland, Weißrussland und Polen nach Deutschland und Holland führen. Der zentrale Korridor soll die Häfen im Osten Chinas mit Kirgisistan, Usbekistan, Turkmenistan, Iran und der Türkei verbinden und dann durch die Balkanhalbinsel zu den Häfen Frankreichs reichen. Die südliche Route wird Bangladesch, Indien und Pakistan passieren.

Das weltgrößte Bergbauunternehmen BHP Billiton hat im September 2017 die Investitionen in dieses Großprogramms auf 1,3 Billionen Dollar geschätzt. Bewertungen von Morgan Stanley kamen auf 1,3 bis 1,5 Billionen US-Dollar. BHP stellte fest, dass die Investitionen für OBOR den Marshallplan (Programm des Wiederaufbaus Europas nach dem Krieg) siebenmal übertreffen werden. Nach den Schätzungen des BHP werden 68 Länder daran teilnehmen – einen Großteil der Investitionen werde Russland betreffen.

[hub/russland.NEWS]