Analystin: Russland nicht vor Stagnation aber „Überraschungen sind nicht ausgeschlossen“

Analystin: Russland nicht vor Stagnation aber „Überraschungen sind nicht ausgeschlossen“

Die russische Wirtschaft ist im kommenden Jahr “ noch nicht von Stagnation bedroht“, aber die Prognosen müssen aufgrund der Sanktionen stets angepasst werden, und „Überraschungen sind nicht ausgeschlossen“, meint die stellvertretende Direktorin der Analyse-Abteilung von Alpari, Anna Kokorewa.

Ihren Schätzungen zufolge „wird im Jahr 2018 die Wachstumsrate des russischen BIP bei 1,5 bis 2 Prozent liegen.“ „Das Wachstum der industriellen Produktion wird auf dem Niveau von 1 bis 1,3 Prozent bleiben, und die Inflation wird innerhalb von 4 Prozent bleiben“, so die Expertin in einem Kommentar für die Zeitung Rosbalt.

Ihrer Meinung nach „wird der Hauptbeitrag zur Dynamik des BIP und der industriellen Produktion von folgenden Industriezweigen geleistet: Bergbau, Produktion, Energie- und Wasserversorgung sowie Landwirtschaft. Einzelhandel und Bau werden weiterhin Schwierigkeiten haben“, warnt Kokorewa.

Sie geht davon aus, dass „die Erholung des Einzelhandels durch die langsame Erholung der Verbrauchernachfrage negativ beeinflusst wird, da die Realeinkommen weiter sinken, obwohl die Durchschnittslöhne steigen.“ „Dass die Bevölkerung in finanzielle Schwierigkeiten gerät, zeigt die wachsende Nachfrage nach Konsumentenkrediten und Kreditkarten – darauf weisen die Banken hin“, so die Analystin.

Inzwischen hofft sie, dass sich „die Situation auf dem Baumarkt allmählich verbessern wird.“ „Durch die Senkung des Leitzinses wird die Zentralbank die Hypotheken- und Darlehenssätze für juristische Personen senken. Die Revitalisierung auf dem Baumarkt wird die Hersteller von Baumaterialien unterstützen. Das Wachstum der Leichtindustrie werde bei nahezu Null liegen.“

„Die Inflation wird bereits zu Beginn des Jahres ansteigen. Wie die russische Zentralbank mitteilt, wird der Faktor Überschussernte allmählich abklingen Die Preise für Obst und Gemüse werden steigen, was zu einem Anstieg der Inflation [auf 4 Prozent, die Red.] führen wird“, prognostiziert Kokorewa.

Sie glaubt jedoch nicht, „Russland sei bereits von einer Stagnation bedroht“. „Stabile Ölpreise sollten das Wirtschaftswachstum stützen können, aber es lohne sich, auf die US-Sanktionen vom Februar zu warten. Man müsse ihren Einfluss einzuschätzen wissen und die Wirtschaftsprognosen entsprechen anpassen. Überraschungen seien nicht ausgeschlossen.“

[hub/russland.NEWS]