EBWE korrigiert Prognosen für russische Wirtschaft nach oben

EBWE korrigiert Prognosen für russische Wirtschaft nach oben

Die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) hat die Prognosen für das BIP-Wachstum in Russland von 1,2 auf 1,8 Prozent im Jahr 2017 und von 1,4 auf 1,7 Prozent im Jahr 2018 angehoben heißt es im November-Bericht.

„Die Wirtschaft in Russland, die größte in der EBRD-Region, ist nach einer kumulativen Reduzierung von 3 Prozent in den letzten zwei Jahren aus der Rezession hervorgegangen. In den Jahren 2017 und 2018 wird ein BIP-Wachstum von 1,8 bzw. 1,7 Prozent erwartet“, so der Bericht der EBWE.

Bankenexperten weisen darauf hin, dass der Kapitalabfluss aus der Russischen Föderation im privaten Sektor von Januar bis September dieses Jahres durch den Abzug von Geldern aus dem Bankensektor auf 20 Milliarden Dollar gestiegen ist – dies entspricht dem Abfluss im gesamten Jahr 2016.

Der Anstieg der Ölpreise im Vergleich zu 2016 wirkte sich nicht nur für Russland positiv aus, sondern auch für andere Rohstoffexporteure und zentralasiatische Länder, die aufgrund der Devisenströme durch Überweisungen oder ihrer Präsenz auf russischen Märkten mit Russland verbunden sind.

Nach Angaben des Ministeriums für wirtschaftliche Entwicklung (MED) betrug Russlands BIP-Wachstum für die ersten neun Monate des Jahres 2017 1,8 Prozent im Jahresvergleich. „Im September wurde die BIP-Wachstumsrate auf ein Niveau von mehr als 2 Prozent festgelegt. Nach Angaben des MED stieg das Bruttoinlandsprodukt im September um 2,4 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat (im August lag der Anstieg laut revidierter Schätzung bei 2,7 Prozent im Vorjahresvergleich). Das BIP-Wachstum im dritten Quartal 2017 wird für 9 Monate auf 2,2 Prozent im Jahresvergleich geschätzt – mit 1,8 Prozent im Jahresvergleich“, so die jüngsten Zahlen aus dem MED.

Experten von Hochschule für Wirtschaft (HSE) gehen nach der Analyse der Statistiken der letzten Monate davon aus, dass die russische Wirtschaft im vierten Quartal 2017 stagnieren wird. „Im dritten Quartal hat der“ Erholungsimpuls „in der Industrie nachgelassen. Vor dem Hintergrund der hohen Basis des letzten Jahres im IV. Quartal dürften die Industrie und die Wirtschaft insgesamt stagnieren. Damit die Wachstumsrate stabil hoch bleibt, müssen in der russischen Wirtschaft Bedingungen für strukturelle Veränderungen geschaffen werden.“

Die Weltbank veröffentlichte einen Bericht über die Wirtschaftslage in Europa und Zentralasien, der besagt, dass Russlands Wirtschaft aus der Rezession herausgekommen sei und 2017 eine moderate Wachstumsrate erreicht habe.

Darüber hinaus erhöhte die amerikanische Investmentbank Morgan Stanley ihre Schätzung des russischen BIP-Wachstums im Jahr 2017 von 1,8 auf 2 Prozent und für das Jahr 2018 von 1,5 auf 2,2 Prozent.

[hub/russland.NEWS]