Essen auf Rädern: Yandex.Taxi kauft Foodfox

Essen auf Rädern: Yandex.Taxi kauft Foodfox

Yandex.Taxi hat den Lebensmittel-Lieferservice Foodfox gekauft. Nach Ansicht von Experten ist die Transaktion darauf zurückzuführen, dass Yandex im Rahmen der Fusion mit Uber in Russland und der GUS dieses Geschäftssegment aktiv entwickeln will.

Für den Erwerb von Foodfox soll Yandex.Taxi etwa 500 Millionen Rubel (ungefähr 8,4 Million US-Dollar) bezahlt haben. Das Unternehmen habe den Kauf von Foodfox aber noch nicht selbst angekündigt. Offizielle Vertreter von Yandex und Yandex.Taxi sowie der Mitinhaber von Foodfox, Sergey Polissar, und Vertreter des Target Global Fonds, der zuvor in Foodfox investiert hatte, lehnten eine Stellungnahme ab.

Foodfox Food Delivery Service wurde im Jahr 2016 gegründet. Zu seinen Partnern in Moskau gehören mehr als tausend Restaurants, darunter Coffeemania, Torro Grill, Jean-Jacques, I Like Grill und viele andere.

Der Finanzdirektor von Yandex, Greg Abowski, sagte am 17. November in einem Interview mit der Wirtschaftsnachrichtenagentur Bloomberg, dass das Unternehmen plane, den Lebensmittellieferservice zu erweitern. „Im nächsten Jahr wollen wir sehr aggressiv in diesen Markt investieren.“

Die Kapazität des russischen Marktes für die Lieferung von Lebensmitteln aus Geschäften und Restaurants hat in der ersten Hälfte des Novembers bereits 100 Milliarden Rubel (1,4 Milliarden Euro) überschritten und bis zum Ende des Jahres 2017 wird mit einem Umsatz von mindestens 115 Milliarden Rubel (1,65 Milliarden Euro) gerechnet. Das ist 16 Prozent höher als im Jahr 2016, sagt der Generaldirektor der Agentur INFOLine-Analytics, Michail Burmistrow. „Die Wachstumsrate wird mittelfristig mindestens 15 Prozent pro Jahr betragen, wobei das dynamischste Wachstum bei der Lieferung von Nahrungsmitteln aus Supermärkten und Verbrauchergroßmärkten zu beobachten ist.“

Alle Essenslieferdienste verdienen ihr Geld auf Provisionsbasis, die sie für jede Bestellung von den Restaurantbesitzern bekommen. Die Größe der Provision beträgt im Durchschnitt 25 bis 30 Prozent der Auftragsmenge, teilte der Gründer des Netzwerks Teremok, Michail Gontscharow, der Zeitung RBC mit.

Nach Angaben von Gontscharow beträgt der weltweite Markt für die mobile Lebensmittelversorgung zwischen 8 und 9 Prozent des Umsatzes des gesamten Restaurantmarktes. Einzige Ausnahme ist Südkorea, wo dieses Segment 14 Prozent erreicht hat. In Russland entwickelt sich dieser Markt schneller. „Ich denke aber nicht, dass die Wachstumsraten auch in Zukunft so hoch sein werden. Die Hauptakteure des Marktes, wie Delivery Club und Foodfox, werden mit Dumpingpreisen um die Kundschaft konkurrieren.“

[hub/russland.NEWS]

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