Expertin: Armut bleibt eine Herausforderung für Russland

Expertin: Armut bleibt eine Herausforderung für Russland

Russland kann eine nationale Expertise darüber vorlegen, wie man in Krisen überleben kann, sagte der Zeitung Wedomosti zufolge Tatjana Malewa, Direktorin des Instituts für Sozialanalyse und Prognose der Russischen Akademie für Wissenschaft, während der Diskussion des Gaidar-Forums „Wird die Sozialpolitik eine nationale Priorität bleiben?“.

Seit 25 Jahren hat Russland vier Krisen erlebt: die Transformationskrise in den 1990er Jahren, die Finanz- und Währungskrise 1998, die Folgen der globalen Finanzkrise 2008 bis 2010 und die Krise aufgrund der Sanktionen und dem Rückgang der Ölpreise von 2014 bis 2015.

Laut Malewa betrachten viele das Jahr 2017 als ein Jahr der wirtschaftlichen Erholung, aber von einer sozialen Erholung kann man nicht sprechen, so die Zeitung. Das Rekordtief bei der Inflation, die Wiederbelebung des Konsums, das Wachstum von Gehältern und Renten hat das Einkommen von Russen nicht betroffen. Im Laufe des Jahres seien die Einkommen der Bevölkerung in 75 Prozent der russischen Regionen zurückgegangen, sagte sie, und die Menschen nahmen vermehrt Verbraucher- und andere Kredite auf.

In den frühen 2000er Jahren sank die Armut auf ein Minimum von 11 Prozent, jetzt ist sie wieder auf 14 Prozent gestiegen. Armut wird in den kommenden Jahren eines der wichtigsten sozialen Probleme des Landes sein, glaubt Malewa.

Der Volkswirtschaftler Igor Nikolajew meint, dass die Russen trotz des aktuellen Anstiegs der Ölpreise ihre Wachsamkeit nicht schlafen legen sollten.

[hub/russland.NEWS]