Gazprom lässt Gericht Preise für Deutschland überprüfen

Gazprom lässt Gericht Preise für Deutschland überprüfen

Die Gazpromtochter Gazparma hat vor dem Stockholmer Schiedsgericht einen Rechtsstreit mit der Forderung begonnen, die Gaspreise für den deutschen Stromerzeuger und Energiehändler Uniper zu revidieren. Die russische Seite beabsichtige, die Ausfuhrpreise ab dem 1. Februar zu erhöhen.

„An ein Schiedsverfahren zu appellieren, um einen Vertragsstreit beizulegen, ist die übliche Praxis, die in solchen Verträgen vorgesehen ist“, zitierte die Nachrichtenagentur Tass das Unternehmen.

Medienberichten zufolge will Gazprom dem deutschen Unternehmen keine „unangemessen hohen Margen“ zahlen, da es das in Russland günstig gekaufte Gas viel teurer weiterverkaufe. Den tatsächlichen Preis, den Uniper für das Gas zahlt, gab Gazprom nicht bekannt.

Im Jahr 2017 betrug der durchschnittliche Exportpreis etwa 197 Dollar pro tausend Kubikmeter. Es ist bekannt, dass Uniper Gas in Europa im Bereich von 234 bis 240 Dollar pro tausend Kubikmeter verkauft.

Bereits in den Jahren 2014 bis 2016 verklagte Gazprom Uniper, der im Nachhinein die Gaspreise revidieren wollte. Beide Parteien einigten sich damals auf einen Rabatt, der mit Beginn 2018 endete. Deshalb wurde das Verfahren jetzt wiederaufgenommen.

Deutschland ist für Gazprom das wichtigste Verkaufsland in Europa und Uniper kauft etwa 50 Prozent der deutschen Lieferungen von russischem Gas.

[hub/russland/NEWS]