Geflüchtetes Geld sucht sicheren Hafen

Geflüchtetes Geld sucht sicheren Hafen

Am 4. Februar hat der russische Wirtschaftsombudsmann Boris Titow Präsident Putin eine Liste russischer Unternehmer übergeben, die sich in Großbritannien „vor der gesetzlichen Verantwortung in Russland verstecken“ und deren Fälle überprüft werden konnten. Sie wünschen, ihr Kapital nach Russland zu bringen, fürchten jedoch unangenehme Fragen und juristisch belangt zu werden.

Titow entschied sich, die Personen auf der Liste nicht öffentlich zu machen, erklärte lediglich, dass es um ungefähr ein Dutzend Personen ginge. Noch sei die Liste jedoch nicht abgeschlossen, da noch mehr Personen nachgefragt hätten.

Präsidentensprecher Peskow erklärte dazu, dass Garantien für Geschäftsleute, die bereit sind, von London nach Russland zurückzukehren, nur durch das Gesetz gewährt werden können, das sei kein Privileg des Präsidenten und fügte erklärend hinzu, „dass London die Residenz vieler Menschen ist, die in unserem Land auf der falschen Seite des Gesetzes stehen“.

Natürlich werde man, wenn solch eine Anfrage komme, sie prüfen, und an die zuständigen Dienste weiterleiten, sagte Peskow.

Präsident Putin hatte Ende Dezember erklärt, die 13-prozentige Steuer auf nach Russland zurückgebrachtes Kapital abschaffen zu wollen, um die Rückkehr der Gelder aus dem Ausland zu fördern. Außerdem solle es wieder eine Amnestie für russische Unternehmen geben, die ihr Kapital nach Hause brächten.

Russland hatte diese Straffreiheit für frühere Steuer- und Devisenvergehen im Jahr 2014 eingeführt, als das Land unter massivem Kapitalabfluss, niedrigen Ölpreisen und Sanktionen des Westens wegen der Ukraine litt. Die Amnestie war aber nur wenig genutzt und Mitte 2016 beendet worden.

Da derzeit verschärfte Sanktionen gegen die Moskauer Regierung und die Unternehmerelite möglich sind, wollen viele ihr Kapital einem möglichen Zugriff der USA entziehen und in Russland sicher wissen.

[hmw/russland.NEWS]

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