Kaspersky will Quellcode seiner Programme offenlegen

Kaspersky will Quellcode seiner Programme offenlegen

Der russische Anbieter von Antivirensoftware Kaspersky Lab startete eine globale Initiative zur Informationstransparenz (Global Transparency Initiative), deren Ziel es ist, weltweit die Cybersicherheits-Experten in die Überprüfung der Integrität und Zuverlässigkeit der Produkte, der internen Prozesse und des Geschäftsbetriebs von Kaspersky einzubeziehen, wurde der Zeitung RBC vom Unternehmen mitgeteilt.

Im Rahmen dieser Initiative beabsichtigt Kaspersky außerdem, unabhängigen Experten den Quellcode seiner Produkte für die Analyse bereitzustellen. Dies wird vor Ende des ersten Quartals 2018 geschehen. Das Unternehmen geht davon aus, „die Transparenz seiner Aktivitäten zu bestätigen, die in erster Linie darauf abzielen, die Benutzer vor Cyber-Bedrohungen zu schützen, unabhängig von ihrer Herkunft oder ihrem Zweck“, heißt es in dem Bericht. Kaspersky habe das Vertrauen seiner Nutzer und Partner nie als Selbstverständlichkeit betrachtet. Deshalb verfolgt das Unternehmen in den 20 Jahren seiner Geschichte die Prinzipien der Transparenz und der Informationsoffenheit. Und diese Initiative ist eine weitere Bestätigung dafür, heißt es.

Zusätzlich zu einer unabhängigen Analyse des Quellcodes will das Unternehmen mit unabhängigen Experten zusammenarbeiten, um zusätzliche Mechanismen zur Überwachung der Datenverarbeitungsprozesse zu entwickeln. Dazu werde man weltweit drei Transparenzzentren eröffnen, um Probleme mit Kunden, Partnern und staatlichen Stellen im Bereich der Cybersicherheit zu lösen. Das erste Zentrum soll 2018 eröffnet werden. Bis 2020 sollen Transparenzzentren in Asien, Europa und den Vereinigten Staaten entstehen.

„Die Balkanisierung des Internets wird nur den Cyberkriminellen in die Hände spielen. Der Mangel an Kooperation zwischen den Ländern wird Bösewichtern nur in ihren bösartigen Operationen helfen. In einer solchen Situation funktioniert das Zusammenspiel des Privatsektors mit staatlichen Stellen im Sicherheitsbereich normalerweise nicht. Das Internet sollte Menschen zusammenbringen und Wissen austauschen. Cybersicherheit kennt keine Grenzen und jeder Versuch, den Cyberspace nach geografischen Gebieten aufzuteilen, ist kontraproduktiv. Damit muss Schluss sein. Wir müssen das Vertrauen in die Beziehungen zwischen Unternehmen, Regierungen und Bürgern wiederherstellen „, heißt es in der Mitteilung von Generaldirektor Jewgeni Kaspersky.

Kaspersky verspricht für die Erkennung schwerwiegender Schwachstellen in der Software eine Belohnung von 100.000 US-Dollar – bisher gab es dafür nur 5.000 US-Dollar.

Im Juni hatte der US-Senatsausschuss für Streitkräfte vorgeschlagen, dem Verteidigungsministerium gesetzlich zu verbieten, Kaspersky-Software zu verwenden. Die Behörden betonten, sie seien besorgt über die Verbindungen zwischen einigen Vertretern von Kaspersky, dem russischen Geheimdienst und anderen staatlichen Stellen Russlands.  Mitte Juli schloss das Weiße Haus Kaspersky von einer Liste von Softwareanbietern aus, deren Produkte für die Verwendung durch US-Regierungsbehörden zugelassen sind. Man verpflichtete alle staatlichen Institutionen bis zum 13. Dezember, die Verwendung der Antivirensoftware von Kaspersky zu beenden und sie durch eine andere Software zu ersetzen.

Kaspersky bezeichnete die Aussagen der US-Behörden über die Verbindungen des Unternehmens zum Kreml als „unbegründet“.

[hub/russland.NEWS]

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