Medien: Reiche Russen kaufen vermehrt Immobilien in Europa

Medien: Reiche Russen kaufen vermehrt Immobilien in Europa

Wohlhabende Russen haben ihr Interesse am Kauf von Immobilien in Europa angesichts der Stagnation der russischen Wirtschaft und sich verschlechternder Beziehungen mit dem Westen stark erhöht.

Nach Schätzungen des internationalen Beratungsunternehmens Knight Frank stiegen im Jahr   2017 die Anfragen von russischen Bürgern, Immobilien im europäischen Ausland zu kaufen, mehrmals an, wie die Zeitung Finanz.ru berichtete.

Das beliebteste Ziel für Immobilienkäufe war Zypern, wo die Nachfrage um das Vierfache stieg. Im Jahr 2017 hatten die Behörden die Vermögenssteuer abgeschafft, und ein Jahr zuvor die untere Schwelle für Investitionen zur Erlangung der zyprischen Staatsbürgerschaft abgeschafft.

Von nun an haben Ausländer beim Kauf von Immobilien das Recht, für ihre Ehepartner, Kinder unter 28 Jahren und Eltern die Staatsbürgerschaft zu beantragen. Ferner sind sie von Steuern auf Dividenden, Zinsen auf Bankeinlagen und Mieteinnahmen befreit. Außerdem brauchen Käufer beim Erwerb einer Immobilie keine Grunderwerbssteuer zahlen. Zusätzlich wurden die Steuer für den Zweitwohnungs- oder Zweithausbesitz von acht auf vier Prozent gesenkt.

„Die Russen kauften in Limassol im Wesentlichen Wohnungen für einen Preis von ein bis fünf Millionen Euro in Meeresnähe. Auch gab es eine rege Nachfrage nach Büroimmobilien in Limassol“, so Knight Frank.

Die Anzahl der von Russen in der Schweiz gekauften Immobilien stieg um das Dreifache. Die Russen waren sowohl an Wohnimmobilien für den Standortwechsel als auch an Gewerbeimmobilien interessiert.

Die Wohnungsnachfrage in Deutschland, Frankreich, Italien und Malta verdoppelte sich. In Berlin fanden zum Beispiel fünf Wohnungen mit einem Kaufpreis von mehr als einer Million Euro russische Käufer. In Frankreich waren Immobilien in Cannes beliebt, in Italien am Como- und Garda-See.

Die Nachfrage nach Wohnraum in London erholte sich wieder. Im Durchschnitt waren die Russen bereit, zwei bis zehn Millionen Pfund Sterling für Immobilien auszugeben – sei es für den eigenen Wohnsitzwechsel oder den ihrer Kinder, um sie in Großbritannien erziehen oder unterrichten zu lassen.

[hub/russland.NEWS]