Pipelineprojekte: Gazprom mit Rückenwind ins Jahr 2018

Pipelineprojekte: Gazprom mit Rückenwind ins Jahr 2018

Die Geschäftsführung des russischen Energiekonzerns Gazprom erhielt über diplomatische Kanäle die Genehmigung der türkischen Behörden, die zweite Röhre des Offshore-Abschnitts der Gaspipeline an der Küste des Landes zu bauen, heißt es einem Bericht von Gazprom.

Laut Pressedienst werde das Gesamtprojekt Turkish Stream in Übereinstimmung mit dem vorher vereinbarten Plan gleichzeitig in drei Abschnitten durchgeführt – an den Küsten von Russland und der Türkei sowie im Schwarzen Meer. Die Verlegung von insgesamt rund 760 km auf zwei Linien am Meeresboden ist bereits abgeschlossen. Der Bau des Küstenanschlusses in Russland befindet sich in der Endphase. In der Türkei begann diese Woche die Vorbereitung einer Baustelle für den Bau eines Terminals, wie die Parlamentarische Zeitung berichtete.

Am Freitag bestätigte Gazprom den Erhalt der Erlaubnis, an der zweiten Leitung in der ausschließlichen Wirtschaftszone und dem Hoheitsgebiet der Türkei zu arbeiten. Somit sind alle notwendigen Genehmigungen von der türkischen Regierung für die Meeresverlegung eingegangen.

Am 7. Mai 2017 hatte Gazprom mit dem Bau des Offshore-Abschnitts von Turkish Stream nahe der russischen Schwarzmeerküste begonnen. Das Projekt umfasst den Bau einer Gaspipeline auf dem Grund des Schwarzen Meeres in den europäischen Teil der Türkei und dann zum Gasverteilungszentrum an der Grenze zu Griechenland. Die Länge des Meeresteils der Pipeline wird ungefähr 930 km betragen, der Überlandteil auf türkischen Territoriums ist 180 km lang. Die erste Röhre wird den inländischen Brennstoffbedarf der Türkei befriedigen, die zweite wird für die Gasversorgung der Länder Süd- und Südosteuropas bestimmt sein.

Auch beim Pipelineprojekt Nord Stream 2 geht es für Gazprom voran, wie der Pressedienst des Unternehmens Anfang der Woche mitteilte. Nachdem im Vorjahr 102,4 Milliarden Rubel (etwa 1,5 Milliarden Euro) investiert wurden, will man dieses Jahr mit 112,5 Milliarden Rubel   um 11,8 Prozent erhöhen.

Darüber hinaus wird der Energiekonzern 98,8 Milliarden Rubel (etwa 1,4 Milliarden Euro) in die Entwicklung der nordwestlichen Region investieren: 53,7 Milliarden Rubel werden der Gryazovets-Slavyanskaya-Pipeline, die das Gas aus Sibirien für Nordstream 2 liefern wird, und 45,1 Milliarden für den Bau von Kompressor-Stationen zur Verfügung gestellt.

Bereits im Dezember konnte Gazprom berichten, dass alle an Nord Stream-2 beteiligten europäischen Partner (Shell, OMV, Engie, Uniper und Wintershall) ihren Verpflichtungen zur Finanzierung des Projekts im Jahr 2017 nachgekommen sind.

Nord Stream 2 ist ein Projekt einer zweiten großen Gaspipeline von Russland nach Deutschland durch die Ostsee. Die Länge der Route wird mehr als 1200 Kilometer betragen, von denen die meisten entlang des Meeresbodens verlaufen werden. Die Inbetriebnahme ist bis Ende 2019 geplant.

[hub/russland.NEWS]