Rosatom will mit Öl- und Gasindustrie neuen Eisbrecher entwickeln

Rosatom will mit Öl- und Gasindustrie neuen Eisbrecher entwickeln

Rosatom wartet auf Entscheidungen der Regierung zum Bau des neuartigen Eisbrechers Leader, sagte der Generaldirektor der staatlichen Aktiengesellschaft, Alexei Lichatschow, bei einem Treffen mit Journalisten. Danach will man eine Allianz von Energiekonzernen für den Bau eines neuen Typs von Eisbrechern im Wert von 80 Milliarden Rubel (1,2 Milliarden Euro) schmieden.

„Wenn die Frachtraten über die Nordmeer-Route auf 40 bis 65 Millionen Tonnen pro Jahr steigen werden, brauchen wir diesen Schifffahrtsweg ganzjährig eisfrei. Das kann nur von innovativen Nukleareisbrechern wie Leader garantiert werden“, sagte er.

Das Projekt alleine umzusetzen, ist Rosatom nicht bereit. Lichatschow schlug vor, den Bau eines derartigen Eisbrechers in einer Allianz mit großen Unternehmen zu realisieren, die arktische Felder entwickeln. In der Arktis arbeiten Energiekonzerne wie Gazprom, Rosneft und Nowatek. Rosneft lehnte eine Stellungnahme ab, während der Rest der Unternehmen auf die Anfragen der Zeitung RBC nicht reagierte.

Ein Senior-Analyst der Sberbank meint, dass ein Eisbrecher wie Leader noch nicht benötigt werde. Es gäbe bereits Lösungen für bestehende Projekte und der Neubau würde die Umsetzung von Arktis-Projekten verzögern. „Den ganzjährigen Betrieb der Nordseeroute sicherzustellen, sei zwar ein wichtiges Projekt, aber es passe nicht in den derzeitigen Zeitrahmen (der Start war für 2020 geplant)“, sagte der Experte. Angesichts der westlichen Sanktionen und des Mangels an Geldern sei den Öl- und Gasfirmen derzeit nicht viel an einem solchen Großprojektarbeit gelegen.

Auf eine Anfrage von RBC hatte Mitte Mai Präsident Wladimir Putin geantwortet, ein Teil der Projekte in der Arktis müssten wegen fehlender Haushaltsfinanzierung verschoben werden. „Budgetfinanzierung ist nie genug, aber Budgetfinanzierung ist kein Allheilmittel.“

Noch wichtiger für die wirtschaftliche Entwicklung ist das Engagement aus der Wirtschaft.

Rosatom pocht auf das staatliche Interesse an der Entwicklung der Arktis. Es gehe nicht nur um Transportpotentiale, sondern auch um „die Stärkung der Position Russlands auf den ausländischen Märkten“.

[hub/russland.NEWS]