Russische Zentralbank stellt Promsvyazbank unter Verwaltung

Russische Zentralbank stellt Promsvyazbank unter Verwaltung

Zum 15. Dezember wurde die Promsvyazbank gemäß einer Anordnung der russischen Zentralbank von der Verwaltungsgesellschaft des Fonds zur Konsolidierung des Bankensektors übernommen. Die Zentralbank teilte mit, dass alle notwendigen Maßnahmen zur Unterstützung und Weiterentwicklung der Aktivitäten des Kreditinstituts vorgenommen wurden.

In einer Pressemitteilung heißt es, dass die Promsvyazbank wie gewohnt operieren, ihre Verpflichtungen erfüllen und neue Geschäfte tätigen wird. Ein Moratorium für Forderungen von Gläubigern wurde nicht eingeführt.

Die Zentralbank wird die Bank finanziell unterstützen und die Kontinuität ihrer Aktivitäten unter Berücksichtigung der systemischen Bedeutung der Bank gewährleisten. Um die Liquidität zu erhalten und damit die finanzielle Stabilität gewährleisten, sollen zwischen 1,44 und 2,89 Milliarden Euro in die Problembank gepumpt werden. Die bisherigen Rettungsmaßnahmen für die Branche beziffert die Notenbank derzeit mit knapp zwölf Milliarden Euro.

Die Promsvyazbank steht unter den russischen Banken (18,8 Milliarden Euro am 1. Dezember 2017) an neunter Stelle steht und gehört zu den systemrelevanten Kreditinstituten. An der Börse in Moskau stürzten zum Wochenschluss die Aktien der Promsvyazbank, an der die Commerzbank bis 2012 beteiligt war, um 7,4 Prozent ab. Der Banken-Index gab knapp ein Prozent nach.

Laut unbestätigten Meldungen hatte die Zentralbank die Eigentümer der Promsvyazbank vor die Wahl gestellt, dem Geldhaus 100 Milliarden Rubel (rund 1,45 Milliarden Euro) zur Stärkung der Kapitaldecke zu geben, oder die Notenbank werde übernehmen.

Die russischen Banken, die unter den Folgen der niedrigen Ölpreise und den westlichen Sanktionen im Zuge des Ukraine-Konflikts leiden, stehen durch das niedrige Zinsniveau zusätzlich unter Druck. Die Zentralbank versucht, die Wirtschaft mit niedrigeren Zinsen zu stützen, zehrt damit aber auch an den Gewinnen der Geldhäuser. Zugleich steigt bei den Banken der Anteil der faulen Kredite.

[hub/russland.NEWS]

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