Russlands neue Regierung wird sich auf Bekämpfung der Armut konzentrieren

Russlands neue Regierung wird sich auf Bekämpfung der Armut konzentrieren

Die Wirtschaftspolitik der neuen russischen Regierung, die nach den Präsidentschaftswahlen im März 2018 gebildet wird, „wird liberal bleiben“ und der Schwerpunkt ihrer Aktivitäten wird wahrscheinlich im Kampf gegen die Armut liegen, meint der Chefanalytiker von Alpari, Alexander Razuwajew.

Dass der (jetzige) Präsident Russlands die Wahlen „in erster Runde definitiv gewinnen wird“, hält der Analyst für sicher. „Der Krim-Vertrauenskredit ist immer noch vorhanden, hinzu ein Plus aus dem militärischen Sieg in Syrien.“

Nur die Wirtschaft besetze einen „schwachen Platz“ in Russland. „Das Wachstum der Wirtschaft ist viel schlechter als erwartet. Die Armut, die seit den frühen 1990er Jahren, als die sowjetischen Sparbücher im Feuer der Hyperinflation verbrannten, fortbesteht, bleibt das Hauptproblem des modernen bürgerlichen Russlands. Es gibt allerdings auch wirtschaftliche Erfolgsprojekte, die aber weniger aus der Arbeit des Wirtschaftsministerium resultiert, sondern eher aus der Politik der russischen Zentralbank“, sagte Razuwajew der Zeitung Rosbalt.

Seiner Meinung nach „hat Elvira Nabiullina, die derzeitige Chefin der russischen Zentralbank, die größten Chancen, das (neue) russische Ministerkabinett zu leiten.“ „Der Sieg über die Inflation im laufenden Jahr eröffnete einen direkten Weg zu einer deutlichen Leitzinssenkung. Die Inflation im Jahr 2017 betrug weniger als 3 Prozent. Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird der Leitzins der Zentralbank im Jahr 2018 das geplante Ziel von 6 bis 7 Prozent erreichen“, begründet der Analyst die Erfolgsaussichten von Nabiullina. Auch kam ihre Bereitschaft, im Falle weiterer US-Sanktionen mittels liberaler Rückkaufpolitik russisches Auslandskapital zurückzuholen und Offshore-Firmen zu stützen, im Kreml gut an. „Patriotismus und Liberalismus sind genau das, was Wladimir Putin wirklich mag“, sagt der Experte. Putin sieht die Reinigung des Bankenwesens, das die Schattenwirtschaft bediente, als Erfolg der Zentralbank unter ihrer Chefin, die dadurch zum Favoritenkreis für den Posten des neuen Ministerpräsidenten zählt.

„Die wirtschaftliche Linie des neuen Kabinetts wird liberal bleiben. Der Schwerpunkt dürfte jedoch in der Verbilligung von Unternehmenskrediten und der Bekämpfung der Armut liegen. Im Falle einer günstigen Konjunktur auf den Märkten kann das Wachstum der russischen Wirtschaft im vorliegenden Jahr 3 bis 4 Prozent erreichen, das Wachstum der Realeinkommen der Bevölkerung wird ähnlich sein“, resümiert Razuwajew.

[hub/russland.NEWS]

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