US-Tabakkonzern will in Russland expandieren

US-Tabakkonzern will in Russland expandieren

Die Beziehungen zwischen den USA und Russland können noch so wackeln, geraucht wird immer. Obwohl der Tabakkonsum auch in Russland rückläufig ist und dem Verkauf von Zigaretten dort mehr und mehr Steine in den Weg gelegt werden, plant der US-Konzern Phillip Morris ein weiteres Werk bei St. Petersburg.

Die Sanktionen können der Produktion von Tabakprodukten aus dem Hause Phillip Morris in Russland nichts anhaben, sagt Alexej Kim, der Direktor für Unternehmensangelegenheiten bei Phillip Morris Russland. Da sich die Produktion ohnehin auf dem Territorium der Russischen Föderation befände, sehe man bei dem Konzern keine besonderen Schwierigkeiten. „Wir sind nicht nur ein russischer Produzent, sondern auch ein russischer Exporteur“, sagt Kim.

Man versuche deshalb einen pragmatischen Blick auf die aktuelle Situation der Dinge zu werfen, erläuterte Kim nach Gesprächen in den Vereinigten Staaten dem russischen Industrie- und Handelsminister, Denis Manturow.

Der Tabak-Gigant Phillip Morris betreibt derzeit zwei Produktionsstätten in Russland. Neben den Werken in der Nähe von St. Petersburg und Krasnodar unterhält der Konzern noch die  Tochtergesellschaft Philip Morris Sales and Marketing, die ihrerseits wieder über einhundert Unterabteilungen in ganz Russland verfügt. Nun soll noch ein weiteres Werk bei St. Petersburg hinzukommen.

Wie aus der Führungsetage des Tabak-Produzenten bekannt wurde, habe das Unternehmen mehr als 2,3 Milliarden US-Dollar in die russische Wirtschaft investiert. Außerdem seien alleine im vergangenen Jahr nahezu drei Milliarden US-Dollar an Steuern bezahlt worden.

In Russland vertreten ist der Tabak-Produzent bereits seit 1975. Noch vor dem Ende der UdSSR fertigte man in Werken in Leningrad, Moskau, Chisinau, Baku und Sochumi die international bekannten Marlboro-Zigaretten für den sowjetischen Markt. Das eigentliche Geschäft mit dem Tabak war für Phillip Morris jedoch der Verkauf von Zigaretten des amerikanisch-sowjetischen Gemeinschaftsprojekts Sojus-Apollo. Damals eine Erinnerung an das Tauwetter der Beziehungen der beiden „Supermächte“ und heute eine Zigarettenmarke, die man noch immer in den Geschäften findet.

[mb/russland.NEWS]

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