Warum sinkt das Realeinkommen der Russen bei steigenden Löhnen?

Warum sinkt das Realeinkommen der Russen bei steigenden Löhnen?

Der Rückgang der Realeinkommen sei das Haupthindernis für das Wirtschaftswachstum in Russland, meinte die stellvertretende russische Ministerpräsidentin, Olga Golodets, auf einem Forum im Rahmen der Woche der russischen Wirtschaft des Russischen Unternehmerverbandes, wie die Nachrichtenagentur Interfax berichtet.

In der Erhöhung der Einkommen sehe sie die Hauptaufgabe Russlands. Die Vizeministerin wies darauf hin, dass die Wirtschaft „ernsthafte Schwierigkeiten“ bekomme, wenn der Trend der sinkenden Einkommen nicht überwunden werde.

Im September hatte das Ministerium für wirtschaftliche Entwicklung prognostiziert, dass das real verfügbare Einkommen der Bevölkerung im Jahr 2017 um 1,3 Prozent steigen werde.
Allerdings sank das real verfügbare Geldeinkommen der Russen im Dezember 2017 um 1,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr, nachdem es im November um 0,3 Prozent zurückgegangen war.

Der Rückgang der Realeinkommen der Bevölkerung sei mit dem Abbau der Schattenwirtschaft verbunden, so der russische Arbeitsminister, Maxim Topilin, auf dem gleichen Forum gegenüber Korrespondenten der Zeitung RBK. Trotz des Anstiegs der Löhne im Jahr 2017 um real 3,4 Prozent gingen die verfügbaren Einkommen der Bürger laut dem Statistikamt Rosstat um 1,7 Prozent zurück. „Dies ist noch nie passiert. In der Regel wurde das Realeinkommen stets durch das Wachstum der Löhne angetrieben“, gab Topilin zu.

Entgegen den Erwartungen des Arbeitsministeriums gingen die Realeinkommen im Jahr 2017 weiter zurück, was nach Ansicht des Ministers auf die Verringerung der illegalen Beschäftigung zurückzuführen ist.

Dies sei auf Maßnahmen der Behörden zurückzuführen. „Wir sind aktiver bei der Legalisierung von Billigjobs, es wurden Registrierkassen eingeführt, die Zentralbank hat den Bankensektor in Ordnung gebracht“, sagte Topilin.

Im Kampf gegen Schattenwirtschaft könne man keine harten Entscheidungen treffen, betonte er. „Wir alle verstehen vollkommen, dass die Schattenbeschäftigung in vielen Bereichen des Grausektors eine gewisse Zone ist, in der wir relativ niedrige Arbeitslosigkeit aufrechterhalten können“, so der Minister.

[hub/russland.NEWS]

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